Nurder Koch
„Next Stop Köster“ gewinnt den Fernsehpreis für Comedy/Late Night. Ein Format, das Politiker regelmäßig nicht politisch stellt, sondern sie in harmlose Unterhaltung übersetzt: Söder, Amthor, Kubicki, Grüne, alle dürfen durch den Comedy-Filter und kommen am Ende oft sympathischer raus, als sie politisch verdient hätten. Und dann Kösters Schluss: Man müsse „laut sein gegen Hass und Hetze und gegen die Feinde der Demokratie“. Genau dieses linksliberale Selbstbild ist das Problem: Man hält sich für widerständig, weil man die richtigen Sätze sagt, während man gleichzeitig genau jene Politiker normalisiert, hofiert und mit Gags entschärft, die den autoritären, sozialen und rechten Kurs längst mitprägen. Und die Pointe liefert er selbst noch hinterher: „Hendrik Wüst hat quasi zugesagt, bei der nächsten Sendung mein Gast zu sein.“ Klar. Erst Demokratie retten. Dann den nächsten Unionspolitiker gemütlich weglächeln.